Hallo ins kalte Deutschland
als Erstes möchte ich euch sagen: Schneee?? Wie schön :-( Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so nach etwas mehr Kälte sehnen würde. Hier schwizt man immer mehr, weil jetzt die Trockenzeit aufhört und es somit noch wärmer wird als es eh schon ist. Die Weihnachtsstimmung bleibt, trotz des Lebkuchenpakets aus Deutschland, noch aus...
Gerade sitze ich in Iganga beim Youth Camp und wir warten dank der ugandischen Organisation auf die Teller, an die dummerweise nicht gedacht wurde. Mit den Händen zu essen ist hier durchaus üblich, aber ohne Teller haben wohl sogar die Ugander so ihre Schwierigkeiten. Bei der Gelegenheit hab ich mir gedacht ich berichte nochmal ein wenig bevor die Reiserei an den wunderschönen Strand nach Mombasa und die Safarireise durch Ugandas Nationalparks beginnt ;-)
Ein denkwürdiger Moment war eindeutig, als wir letzte Woche mal wieder in Kampala waren wegen unseren Visas und im Backpackers in unser Zimmer im 1.Stock geführt wurden: Eigentlich nur ein weiterer Teil der Veranda. Der einzige Unterschied: Eine Wand mit einer Tür und zwei Doppelbetten. Die Fensterscheibe hat einfach nicht existiert und da wir das letzte Mal dort eine Begegnung mit einem Affen hatten, hab ich schon an nächtliche Besucher gedacht... Zum Glück blieben die dann doch aus und wir haben nach Lagerfeuer und Stokbrot bei Marie und Britta selig geschlafen. Am nächsten Morgen haben wir dank unseren Freunden in der Mukisa Foundation sogar Zutritt zur amerikanischen Botschaft bekommen. Dort haben sie mit den von den Müttern gebastelten Crafts am Weihnachtsmarkt teilgenommen und wir durften sogar nur mit unseren Kopien von den Reisepässen( die richtigen Pässe lagen ja beim Immigration Office) dabei sein ;-) Die Botschaft ist echt riesig und super modern.
Nach Kampala braucht man immer mindestens einen Tag zum Entspannen, was wir dann auch am Pool Sonntags getan haben. Ihr seht, kein Schnee hat auch seine Vorteile ;-)
Momentan haben wir den Ugandern gerade Scheere Stein Papier beigebracht. Unglaublich wie kann man sowas nur nicht kennen? Jetzt haben alle Spaß bei dem guten alten Stopptanz. Mensch hab ich das lange nichtmehr gemacht :-)
So und jetzt noch zu der ugandischen Frisur: Irgendetwas hat mich wohl am Donnerstag geritten, dass ich mich in einen ugandischen Haar Salon gesetzt habe. Vielleicht war es die Tatsache, dass man sich auf den folgenen Youth Camps nicht so oft die Haare waschen kann wie man möchte oder ich wollte einfach mal wieder beim Fiseur sitzen... ich weiß es nichtmehr. Endlos viele Künstliche Haare und vier Stunden später, in denen immer mindestens 4 Frauen an meinem Kopf zugange waren, war ich dann endlich fertig. Nein, es sind keine Zöpfe, sondern gedrehte Haare. Schwer zu beschreiben und ich bin mir noch nicht im klaren, ob ich diesen Anblick wirklich für die Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Was ich daraus auf jeden Fall gelernt habe: Ugandische Frauen brauchen noch ewiger als wir beim Friseur und es ist unglaublich unpraktisch. Es ist schwer(ich hab ungefähr 2 oder 3mal so viel Haare wie vorher auf dem Kopf), schwer zu bändigen und extrem unbequem beim Schlafen. Lange halte ich es damit also nicht aus ;-)
So jetzt gehts weiter auf die Tanzfläche
Viel Spaß bei den Schneeballschlachten
Kämpft für mich mit ;-)
Eure Sabrina
Karte Uganda
Samstag, 27. November 2010
Montag, 15. November 2010
Mein 19. Geburtstag auf dem 4321m hohen Mount Elgon
oder: Janglers jangling in the jungle
(wie es bei den Ugandern hieß)
Etwas verspätet kommt hier nun doch endlich mein Bericht von der Mount Elgon Besteigung über meinen Geburtstag. Tag 1- 8km, 1130 Höhenmeter
Am Donnerstag, den 4.11.2010, hieß es schon ganz früh aus den Federn und auf zur Branch. Bereit und mehr oder weniger munter standen wir dann alle um 6 Uhr früh an Ort und Stelle. In Uganda heißt das nur noch lange nicht, dass es losgeht. Bis es endlich so weit war sind ca 3 Stunden vergangen und ein Huhn wurde zwischendrin auch noch geschlachtet, da es anscheinend den Weg bis zum Kamp sonst nichtmehr überlebt hätte. Diese Aussage kam von den Fachmännern ;-) Alle zusammen in ein Matatu gequetscht und das ganze Gepäck oben auf dem Dach ging es dann eine Stunde in Richtung Berge. Mbale ist wirklich riesig und so waren wir immernoch innerhalb des Stadtkreises, als wir das Office der Uganda Wildlife Authority in Budadiri angekommen sind. Nach der Registrierung ging es dann nochmal weiter mit dem Matatu bis auf 1770m. Ab da hieß es dann aber wirklich selber laufen und jeder hat seinen mehr oder weniger schweren Rucksack geschultert und auf ging es. Unsere Träger, die den Gaskocher und Essen für uns getragen haben, sind erst lange nach uns losgelaufen und haben uns auf der Hälfte trotzdem überholt. Daran sieht man deutlich, dass es durchaus anstrengend war. Auf diesem ersten Teil unseres Trips war es auch noch ziemlich warm und wir haben alle unsere Oberteile gut durchnässt. Eine Aufmunterung war das Chamäleon, das wir auf der Wiese entdeckt haben und das dann natürlich durch alle Hände gereicht worden ist. Fühlt sich echt lustig an auf der Hand, weil es Klauen als Füße hat. Sehr schwer zu beschreiben dieses Gefühl. Die nächste Aufmunterung war dann das Schild „Welcome to Mount Elgon National Park 2190m“. Danach sollte jedoch der für mich schlimmste Teil der ganzen Tour folgen: „The Wall of Death“ wie sie hier so nett beschrieben wird. Es ging steil bergauf und das abenteuerlichste daran waren die Leitern, über die man zwischendurch immer laufen musste. So ganz sicher ob sie halten war ich mir nie, was meinen Schritt dann wiederum beschleunigt hat. Endlich oben angekommen hatten wir eine einfach wunderschöne Sicht und konnten sogar in der Ferne Mbale erkennen. Ab da ging es weiter durch den Regenwald. Es ist einfach alles dort üppig grün und dicht bewachsen. Sogar Bambus wächst dort in rauen Mengen. Kurz bevor wir am Camp angekommen sind hat uns dann noch ein Affe auf einem Baum begrüßt. Die restlichen Höhenmeter waren auch nicht einfach, da man auf dem schlammigen Weg ständig fast ausgerutscht wäre. Aber am Ende haben wir es geschafft und sind im Sasa Camp auf 2900m angekommen. Nach dem Zelte aufbauen und einer Portion Reis für jeden, sind wir alle hundemüde ins Bett gefallen.
Tag 2- 6km, 600 Höhenmeter
An meinem Geburtstagsmorgen bin ich total verfroren und mit schmerzendem Rücken aufgewacht. Ja da merkt man, dass man älter wird. Nein Spaß ;-) Es lag wohl eher daran, dass ich keine Isomatte dabei hatte und mein Schlafsack-wie sich herausgestellt hat- auch nicht gerade einer der wärmsten war. Von Markus und Elisa hab ich dann auch gleich mein erstes Geburtstagsgeschenk bekommen. Sogar mit Luftballon, Luftschlangen und einer Kerze zum Auspusten. Danke euch zwei! Nach dem Zähneputzen im kalten Bach ging es dann auch schon weiter auf dem schlammigen schmalen Pfad und so langsam habe ich auch gemerkt, dass die Luft weniger Sauerstoff bietet. Noch im Regenwald haben wir wunderschöne bunte Vögel mit roten Flügeln und blauem Kopf entdeckt. Danach ging es dann raus aus dem Regenwald und in die etwas kargere Landschaft. Aber auch das ist einfach wunderschön anzuschauen. Dort oben wachsen unendlich viele Senezien und Lobelien, in deren Anblick dort oben ich mich irgendwie verliebt habe. Nach ca. 3 Stunden sind wir dann im Mudde Camp auf 3500m angekommen. Nach dem Essen waren wir komischer Weise doch noch alle voller Energie und Tatendrang und haben uns so zum Dirigana Wasserfall aufgemacht. Nachdem die Jungs alle im Wasser waren hat es mich dann doch auch gepackt und ich bin mit Jan und Jobless auf unter den Wasserfall gestanden. Es ist einfach unglaublich wie kalt das Wasser war!! Aber nachdem ich wieder in meinen trockenen Sachen war, hat sich alles so schön warm angefühlt. Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eine Tradition hier ist es, so wurde es mir zumindest erzählt, an seinem Geburtstag zu schlachten. Bevor ich nach Uganda gekommen bin hab ich noch nicht einmal gesehen wie Tiere geschlachtet werden (höchstens im Fernsehen) und an meinem 19. Geburtstag hab ich doch tatsächlich selber ein Huhn geschlachtet. Ehrlich gesagt war es nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hab auch versucht so wenig wie möglich darüber nachzudenken und hab einfach losgelegt, bevor es mich doch zu sehr ekelt. Der einzig wirklich schlimme Moment war, als der Kopf dann ab war… Aber auch das war eine Erfahrung, die sich gelohnt hat und die ich finde jeder Fleischesser mal gemacht haben sollte. Denn das Fleisch wächst eben nicht in der Tiefkühltrue. Nach einem weiteren Reismahl, bei dem ich mal wieder das Ehrengast-Darmstück essen durfte/musste, was mir diesmal bei meinem selbst geschlachtetem Huhn doch fast unmöglich war, ging es dann ab ins Zelt. Der größte Teil von uns hat in der Hütte geschlafen auf Heu, was ich wegen meiner Heuallergie nicht konnte. Am Morgen danach hat sich dann herausgestellt, dass wir im Zelt eine vergleichsweise warme Nacht hatten.
Tag 3- 24km, 2242 Höhenmeter
Im Morgengrauen ging es hinauf in Richtung Spitze und der Ausblick auf das umliegende Gebirge war einfach atemberaubend. Wenn es nicht so anstrengend wäre würdet ihr mich bestimmt öfters dort oben um die Uhrzeit antreffen. Der erste Stopp war am Jackson Pool, der auf 4050m liegt. Zum Glück hatten wir unseren Drang zu baden ja schon am Tag zuvor befriedigt. Danach ging es immer weiter und weiter und weiter…. Ich habe wirklich geglaubt wir würden niemals an der Spitze ankommen. Hinter jeder kleinen Bergkuppe kam wieder eine nächste. Aber am Ende haben wir es dann doch tatsächlich auf 4321m geschafft und ich kann euch sagen nach all dem Schweiß und den schmerzenden Beinen ist das ein atemberaubendes Gefühl! Der Ausblick war wunderschön und man hat sogar nach Kenia rüberschauen können. Danach ging es nur noch bergab. Und zwar zurück bis ins Sasa Camp. Am Ende waren meine Beine schon deutlich schwächer… Aber gerade die Ermüdung in Kombination mit all dem Schlamm und den rutschenden Menschen (ich bin nicht einmal gefallen!!!:-) ) war gerade die Strecke die lustigste von allen. Die letzte Nacht habe ich dann in der Hütte am Feuer geschlafen. Zugegeben war das die wärmste aller Nächte, aber auch eindeutig die mit dem meisten Rauch. Ein Wunder, dass ich das ohne Rauchvergiftung hinter mich gebracht habe. Auf jeden Fall wird mir bei jedem Feuer, an dem ich jetzt vorbeilaufe, immer noch ein wenig schlecht.
Tag 4-8km, 1130 Höhenmeter.
Ihr merkt, meine Tagesberichte werden kürzer. Das liegt daran, dass ich meine Leser nicht überfordern will mit meinem Redeschwall. Sonst könnte ich hier endlos weitererzählen von der Natur und den Gefühlen beim Laufen etc… Die letzten Meter bis zu der Stelle, an der das Matatu auf uns gewartet hat, waren wirklich unglaublich anstrengend. Den ganzen Weg runter kam mir immer nur ein Gedanke: Das alles bist du HOCH gelaufen??? Am Ende waren meine Kräfte auch wirklich so langsam am Ende und das Gefühl im Matatu zu sitzen war fast genauso gut wie das auf dem Gipfel zu stehen. Nach einer lang ersehnten Dusche und neuen frischen Klamotten hab ich meinen Körper für diese tolle Wanderung mit einer Massage im Resort Hotel und einer Portion Spaghetti (kein Reis!) belohnt. Danach hab ich mich tatsächlich wie neu geboren gefühlt
Alles in allem bleibt das für mich auf jeden Fall ein unvergesslicher Geburtstag und ein unvergesslicher Trip auf meinen ersten 4000er. Jeder, der die Zeit und die Kraft dafür hat, sollte sich diesen Berg auf jeden Fall anschauen. Er ist wirklich eine Reise wert. Was auch ein wirklich richtig großer Pluspunkt ist, der mir erst aufgefallen ist als wir wieder im vollen Mbale waren: wir waren die einzigen Menschen dort oben und es war so wunderschön ruhig!
Außerdem ist der Sternenhimmel wunderschön dort oben.
Grüßle von eurem Bergsteiger
Sonntag, 24. Oktober 2010
Verlobungsfeier, Jinja, Kumi und meine erste professionelle Massage
Meine lieben Leserinnen und Leser,
hiermit erkläre ich mich schuldig, seit nun 13 Tagen meinen angefangenen Bericht nicht weitergeführt zu haben. Seitdem sind nun schon wieder so viele andere Dinge passiert, dass ich garnicht weiß wo ich anfangen soll. Deswegen fasse ich die Ereignisse der letzten Wochen kurz in Abschnitten zusammen:
Wochenende in Busia 8.-10.10.
Das Wochenende in Busia ist vor allem deswegen erwähnenswert, weil es mein erstes Wochenende ohne fließend Wasser war. Man glaubt es kaum, aber hier in Mbale ist die Wasserversorgung doch recht europäisch und auch Stromausfall kommt bei uns wesentlich seltener vor als bei unseren Freunden im schönen Busia an der kenianischen Grenze. Die zwei Armen haben seitdem wir dort waren noch immer kein Wasser- also seit 2 Wochen. Ohne Strom auszukommen ist wesentlich einfach als man denkt. Gekocht wird hier sowieso mit Gas und Licht kann man sich leicht mit Kerzen beschaffen. Ohne Wasser jedoch ist man ziemlich aufgeschmissen. Es heißt nicht nur nicht duschen, sondern auch, dass die Toilette nicht funktioniert (und man wenn man Glück hat noch eine Latrine besitzt) und man für jede noch so kleine Wasseraktion nicht einfach den Hahn aufdrehen kann, sondern den Wasserkanister benutzen muss. Das heißt, dass sogar Zähneputzen eine Herausforderung wird, weil man versucht mit so wenig Wasser wie möglich trotzdem allen Schaum zu entfernen. Ohne die Wasserkanister, die am Brunnen gefüllt werden, würde man schon sehr blöd dastehen. In der Situation ist mir einmal so richtig klar geworden, wie oft am Tag wir Wasser benutzen, wofür und vor allem in welchen Mengen. Wie wichtig Wasser ist wird einem glaube ich aber erst richtig klar, wenn man keines mehr hat.
Aber wir haben in Busia natürlich nicht nur dem Wasser hinterhergeweint, sonder waren unter anderem auch am Viktoriasee am Strand. Richtiger Sandstrand, Palmen und strahlende Sonne- der einzige Fehler im Bild ist, dass keiner von uns im See schwimmen war. Der Grund davor ist die allgemein verbreitete und auch berechtigte Angst vor Bilharziose, kleine Würmer, die sich durch die Haut bohren und nicht gerade angenehme Folgen hervorrufen. Trotzdem haben wir die Zeit am Strand genossen und haben den Ugandern beim Planschen zugeschaut, denen die Würmer anscheinen nichts anhaben können ?!
Außerdem habe ich dort im Wasser meinen ersten kleinen Aligator und-zu meinem Entsetzen- auch zwei Anacondas gesehen. Spätestens nach den 2 riesigen Schlangen hätte mich sowieso nichts mehr in diesen See bekommen.
Abends waren wir dann in einem Hotel den Geburtstag von einem Freiwilligen aus dem Rot Kreuz in Busia feiern. Wir waren alle selig, als endlich die vielen Reden, die eindeutig zu jedem festlichen Anlass in Uganda gehören, vorbei waren und es Essen gab. Danach wurde fröhlich getanzt. Leider waren nur kaum ugandische Frauen anwesend und so konnten wir Deutsche uns der ugandischen Aufmerksamkeit nur schwer entziehen. Aber auch das ist man hier so langsam gewöhnt.
Außerdem besitzen Vincent und ich seit Busia unsere eigenen Fahrräder, mit denen wir ab jetzt immer in die Branch fahren können.
Seitdem wir aus Busia zurück sind, wohnt Maleika auch fest bei uns daheim und nichmehr mit ihrem Brunder bei Emma. Es ist wunderschön sie hier zu haben, auch wenn sie das mit dem nicht-auf-den-Teppich-pinkeln noch nicht so ganz raus hat. Aber wir üben daran.
Wochenende in Jinja und Verlobungsfeier 16-18.10.
Die Verlobungsfeier, die so groß oder noch größer war als bei uns die eigentliche Hochzeit, hat in den Bergen von Mbale stattgefunden und zwar so weit abseits von allem, dass wir sogar 15 Min. laufen mussten um ein Boda-Boda (Motorrad) für den Heimweg zu bekommen (was hier eine echte Seltenheit ist, weil die einfach überall sonst sind). Die Feier sollte eigentlich um 11:30 beginnen. Tatsächlich begonnen hat sie dann um 15:00 Uhr. African Time eben, was hier nichts Besonderes und in manchen Situationen eindeutig störend ist. Es wurde ewig über den Brautpreis verhandelt und als der dann endlich feststand musste der arme Bräutigam noch zweimal "Transportgeld" bezahlen, weil immer eine andere Gruppe von Frauen erschienen ist, bei denen die Braut natürlich nicht dabei war. Also musst "Transportgeld" bezahlt werden, um die Braut "einzufliegen". Eine sehr amüsante Geschichte auf jeden Fall, ohne Übersetzungshilfe jedoch schwerer nachvollziehbar.Für solche Anlässe habe ich mir ein ugandisches Kleid schneidern lassen, in dem ich mich wirklich wohl fühle. Das Problem an dem Tag war nur, dass ich Flipflops an hatte und dazu der Rock so eng geschnitten war, dass man nichtmal einen Meter große Schitte machen konnte. Diese Kombination bergauf auf ugandischen Lehmstraßen war schon wirlich spannend.
Abends sind wir dann noch nach Jinja gefahren- 3 Stunden Fahrt in einem extrem vollgestopften Matatu. Enldich angekommen haben wir mit Stefan seine Stadt erkundet.
Sonntag waren wir dann bei dem Branch Coordinator, also dem Chef, von Jinja eingeladen, weil seine kleine Tochter getauft wurde. Interessant an solchen Festessen ist, dass bei dem Hühnchenfleisch immer ein Stück vom Darm im Topf gelassen wird, um zu zeigen, dass es wirklich ein echtes Huhn war und um dieses Stück Darm dem wichtigsten Gast als Ehre auftischen zu können. Dummerweise ist diese Ehre dann mir zuteil geworden, worauf ich das erste Mal im Leben ein Stück Darm heruntergewürgt habe. Aber auch das war eine Erfahrung wert. Der Rat an alle: wenn nicht aus Höflichkeit solltet man es vermeiden Darm zu essen...
TASO- The Aids Support Organisation
Bei unseren häufigen Besuchen im Gym im Resort Hotel habe ich beim Aerobic Jentrix kennengelernt, die für TASO arbeitet. Einen Vormittag lang hat sie uns dann alles dort gezeigt, was echt superlieb von ihr war. TASO hat allein in Mbale 8 900 registrierte Mitglieder, die Aids haben und die Medikamente oder sonstige Hilfe erhalten. Es werden sogar Reflexzonen- und Aromatherapie angeboten, was mich wirklich positiv überrascht hat. Auch die Mediakamente werden frei ausgegeben und es gibt professionelle Counceller, die sich um die Leute kümmern. Auch für Aidswaisen gibt es ein Programm, um ihnen die Schule und ein halbwegs normales Leben ermöglichen zu können. Getragen wird das alles durch Spenden. Auf jeden Fall sehr beeindruckend und wir haben einen kleinen Beitrag geleistet, indem wir die Tabletten abgezählt und umgepackt haben.
Wochenende in Kumi und Massage 22.-24.10.
Der letzte Abschnitt für heute:
Der Anlass in das kleine Städtchen Kumi zu fahren war Nico's Geburtstag, den wir natürlich alle mit ihm nachfeiern wollten. Allein die Hinfahrt war schon ein Erlebnis, weil Maleika schon so zu mir und zu meinem Alltag gehört, dass ich sie nicht zu jemandem übers Wochenende geben wollte. Also hab ich sie, weil sie sich ja auch ans Autofahren gewöhnen soll, mit nach Kumi genommen. Die Hinfahrt hat damit geendet, dass sich ihr Magen über mir entleert hat. War aber nicht weiter schlimm und ist auch schon verziehen, weil sie auf der Rückfahrt schon ganz still war und diesmal ihr Frühstück bei sich behalten hat. Man sieht also wir machen Fortschritte. In Kumi angekommen hat uns als erstes die frohe Botschaft erreicht mal wieder ohne Wasser auskommen zu dürfen. Der einzige Unterschied zu Busia: Eike und Nico besitzen noch keine Notfall-Latrine, was die Situation etwas unangenehmer gemacht hat. Samstag ging es dann auf den großen Markt von Kumi, der in anbetracht der Größe von Kumi wirklich groß war. Dort gibt es einfach alles, was so in Uganda wächst: Avocado, Mango, Zuckerrohr, Ananas, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Passionsfrucht....und natürlich auch Kleidung, Hühner, Ziegen und Leute, die ugandische kleine Köstlichkeiten brutzeln. Bei einem Mann haben wir dann gleich am Anfang 50 Chapatti(ähnlich wie Pfannkuchen) für den Abend bestellt. Auch dem Kauf von einem Huhn konnten wir nicht wiederstehen, das Nico dann noch als Geburtstagsgeschenk bekommen hat. Dummerweise haben wir dann den Nachmittag unter anderem auch damit verbracht, das Huhn zu suchen, weil das irgendwie einen Weg an der Mauer vorbei gefunden hat. Abends wurde dann geschlemmt mit Chapatti, Avocadocreme, selbergemachten Pommes und den von mir persönlich gerösteten Erdnüssen.
Heute Morgen sind wir dann noch schnell zu den Rockpaintigs gefahren. Die Bilder an sich verlieren in anbetracht der Landschaft etwas an Glanz, sind aber trotzdem interessant. Die Krönung war dann auf einen der Rocks hochzuklettern.
Abgeschlossen habe ich dieses legendäre Wochenende mit einem Saunabesuch und meiner ersten professionellen Massage im Resort Hotel. Ja, ich weiß ich lebe manchmal nicht nach ugandischem Standart. Aber auch in der Sauna trifft man interessante Menschen aus Uganda und nach einem Wochenende ohne duschen habe ich mich gefühlt wie im Himmel.
Ich sehe es schon kommen: die Masseuse wird eine gute Freundin von mir werden ;-) Auch wenn man in Uganda lebt, finde ich kann man sich auch mal ein bisschen Luxus gönnen. Das hebt die Motivation sofort in den Himmel.
So jetzt muss ich aber langsam das Schlafdefizit vom Wochenende nachholen und hoffe ich habe euch nicht zu sehr erschlagen.
Ab jetzt schreibe ich wieder regelmäßiger ;-)
Schlaft schön
Sabrina
hiermit erkläre ich mich schuldig, seit nun 13 Tagen meinen angefangenen Bericht nicht weitergeführt zu haben. Seitdem sind nun schon wieder so viele andere Dinge passiert, dass ich garnicht weiß wo ich anfangen soll. Deswegen fasse ich die Ereignisse der letzten Wochen kurz in Abschnitten zusammen:
Wochenende in Busia 8.-10.10.
Das Wochenende in Busia ist vor allem deswegen erwähnenswert, weil es mein erstes Wochenende ohne fließend Wasser war. Man glaubt es kaum, aber hier in Mbale ist die Wasserversorgung doch recht europäisch und auch Stromausfall kommt bei uns wesentlich seltener vor als bei unseren Freunden im schönen Busia an der kenianischen Grenze. Die zwei Armen haben seitdem wir dort waren noch immer kein Wasser- also seit 2 Wochen. Ohne Strom auszukommen ist wesentlich einfach als man denkt. Gekocht wird hier sowieso mit Gas und Licht kann man sich leicht mit Kerzen beschaffen. Ohne Wasser jedoch ist man ziemlich aufgeschmissen. Es heißt nicht nur nicht duschen, sondern auch, dass die Toilette nicht funktioniert (und man wenn man Glück hat noch eine Latrine besitzt) und man für jede noch so kleine Wasseraktion nicht einfach den Hahn aufdrehen kann, sondern den Wasserkanister benutzen muss. Das heißt, dass sogar Zähneputzen eine Herausforderung wird, weil man versucht mit so wenig Wasser wie möglich trotzdem allen Schaum zu entfernen. Ohne die Wasserkanister, die am Brunnen gefüllt werden, würde man schon sehr blöd dastehen. In der Situation ist mir einmal so richtig klar geworden, wie oft am Tag wir Wasser benutzen, wofür und vor allem in welchen Mengen. Wie wichtig Wasser ist wird einem glaube ich aber erst richtig klar, wenn man keines mehr hat.
Aber wir haben in Busia natürlich nicht nur dem Wasser hinterhergeweint, sonder waren unter anderem auch am Viktoriasee am Strand. Richtiger Sandstrand, Palmen und strahlende Sonne- der einzige Fehler im Bild ist, dass keiner von uns im See schwimmen war. Der Grund davor ist die allgemein verbreitete und auch berechtigte Angst vor Bilharziose, kleine Würmer, die sich durch die Haut bohren und nicht gerade angenehme Folgen hervorrufen. Trotzdem haben wir die Zeit am Strand genossen und haben den Ugandern beim Planschen zugeschaut, denen die Würmer anscheinen nichts anhaben können ?!
Außerdem habe ich dort im Wasser meinen ersten kleinen Aligator und-zu meinem Entsetzen- auch zwei Anacondas gesehen. Spätestens nach den 2 riesigen Schlangen hätte mich sowieso nichts mehr in diesen See bekommen.
Abends waren wir dann in einem Hotel den Geburtstag von einem Freiwilligen aus dem Rot Kreuz in Busia feiern. Wir waren alle selig, als endlich die vielen Reden, die eindeutig zu jedem festlichen Anlass in Uganda gehören, vorbei waren und es Essen gab. Danach wurde fröhlich getanzt. Leider waren nur kaum ugandische Frauen anwesend und so konnten wir Deutsche uns der ugandischen Aufmerksamkeit nur schwer entziehen. Aber auch das ist man hier so langsam gewöhnt.
Außerdem besitzen Vincent und ich seit Busia unsere eigenen Fahrräder, mit denen wir ab jetzt immer in die Branch fahren können.
Seitdem wir aus Busia zurück sind, wohnt Maleika auch fest bei uns daheim und nichmehr mit ihrem Brunder bei Emma. Es ist wunderschön sie hier zu haben, auch wenn sie das mit dem nicht-auf-den-Teppich-pinkeln noch nicht so ganz raus hat. Aber wir üben daran.
Wochenende in Jinja und Verlobungsfeier 16-18.10.
Die Verlobungsfeier, die so groß oder noch größer war als bei uns die eigentliche Hochzeit, hat in den Bergen von Mbale stattgefunden und zwar so weit abseits von allem, dass wir sogar 15 Min. laufen mussten um ein Boda-Boda (Motorrad) für den Heimweg zu bekommen (was hier eine echte Seltenheit ist, weil die einfach überall sonst sind). Die Feier sollte eigentlich um 11:30 beginnen. Tatsächlich begonnen hat sie dann um 15:00 Uhr. African Time eben, was hier nichts Besonderes und in manchen Situationen eindeutig störend ist. Es wurde ewig über den Brautpreis verhandelt und als der dann endlich feststand musste der arme Bräutigam noch zweimal "Transportgeld" bezahlen, weil immer eine andere Gruppe von Frauen erschienen ist, bei denen die Braut natürlich nicht dabei war. Also musst "Transportgeld" bezahlt werden, um die Braut "einzufliegen". Eine sehr amüsante Geschichte auf jeden Fall, ohne Übersetzungshilfe jedoch schwerer nachvollziehbar.Für solche Anlässe habe ich mir ein ugandisches Kleid schneidern lassen, in dem ich mich wirklich wohl fühle. Das Problem an dem Tag war nur, dass ich Flipflops an hatte und dazu der Rock so eng geschnitten war, dass man nichtmal einen Meter große Schitte machen konnte. Diese Kombination bergauf auf ugandischen Lehmstraßen war schon wirlich spannend.
Abends sind wir dann noch nach Jinja gefahren- 3 Stunden Fahrt in einem extrem vollgestopften Matatu. Enldich angekommen haben wir mit Stefan seine Stadt erkundet.
Sonntag waren wir dann bei dem Branch Coordinator, also dem Chef, von Jinja eingeladen, weil seine kleine Tochter getauft wurde. Interessant an solchen Festessen ist, dass bei dem Hühnchenfleisch immer ein Stück vom Darm im Topf gelassen wird, um zu zeigen, dass es wirklich ein echtes Huhn war und um dieses Stück Darm dem wichtigsten Gast als Ehre auftischen zu können. Dummerweise ist diese Ehre dann mir zuteil geworden, worauf ich das erste Mal im Leben ein Stück Darm heruntergewürgt habe. Aber auch das war eine Erfahrung wert. Der Rat an alle: wenn nicht aus Höflichkeit solltet man es vermeiden Darm zu essen...
TASO- The Aids Support Organisation
Bei unseren häufigen Besuchen im Gym im Resort Hotel habe ich beim Aerobic Jentrix kennengelernt, die für TASO arbeitet. Einen Vormittag lang hat sie uns dann alles dort gezeigt, was echt superlieb von ihr war. TASO hat allein in Mbale 8 900 registrierte Mitglieder, die Aids haben und die Medikamente oder sonstige Hilfe erhalten. Es werden sogar Reflexzonen- und Aromatherapie angeboten, was mich wirklich positiv überrascht hat. Auch die Mediakamente werden frei ausgegeben und es gibt professionelle Counceller, die sich um die Leute kümmern. Auch für Aidswaisen gibt es ein Programm, um ihnen die Schule und ein halbwegs normales Leben ermöglichen zu können. Getragen wird das alles durch Spenden. Auf jeden Fall sehr beeindruckend und wir haben einen kleinen Beitrag geleistet, indem wir die Tabletten abgezählt und umgepackt haben.
Wochenende in Kumi und Massage 22.-24.10.
Der letzte Abschnitt für heute:
Der Anlass in das kleine Städtchen Kumi zu fahren war Nico's Geburtstag, den wir natürlich alle mit ihm nachfeiern wollten. Allein die Hinfahrt war schon ein Erlebnis, weil Maleika schon so zu mir und zu meinem Alltag gehört, dass ich sie nicht zu jemandem übers Wochenende geben wollte. Also hab ich sie, weil sie sich ja auch ans Autofahren gewöhnen soll, mit nach Kumi genommen. Die Hinfahrt hat damit geendet, dass sich ihr Magen über mir entleert hat. War aber nicht weiter schlimm und ist auch schon verziehen, weil sie auf der Rückfahrt schon ganz still war und diesmal ihr Frühstück bei sich behalten hat. Man sieht also wir machen Fortschritte. In Kumi angekommen hat uns als erstes die frohe Botschaft erreicht mal wieder ohne Wasser auskommen zu dürfen. Der einzige Unterschied zu Busia: Eike und Nico besitzen noch keine Notfall-Latrine, was die Situation etwas unangenehmer gemacht hat. Samstag ging es dann auf den großen Markt von Kumi, der in anbetracht der Größe von Kumi wirklich groß war. Dort gibt es einfach alles, was so in Uganda wächst: Avocado, Mango, Zuckerrohr, Ananas, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Passionsfrucht....und natürlich auch Kleidung, Hühner, Ziegen und Leute, die ugandische kleine Köstlichkeiten brutzeln. Bei einem Mann haben wir dann gleich am Anfang 50 Chapatti(ähnlich wie Pfannkuchen) für den Abend bestellt. Auch dem Kauf von einem Huhn konnten wir nicht wiederstehen, das Nico dann noch als Geburtstagsgeschenk bekommen hat. Dummerweise haben wir dann den Nachmittag unter anderem auch damit verbracht, das Huhn zu suchen, weil das irgendwie einen Weg an der Mauer vorbei gefunden hat. Abends wurde dann geschlemmt mit Chapatti, Avocadocreme, selbergemachten Pommes und den von mir persönlich gerösteten Erdnüssen.
Heute Morgen sind wir dann noch schnell zu den Rockpaintigs gefahren. Die Bilder an sich verlieren in anbetracht der Landschaft etwas an Glanz, sind aber trotzdem interessant. Die Krönung war dann auf einen der Rocks hochzuklettern.
Abgeschlossen habe ich dieses legendäre Wochenende mit einem Saunabesuch und meiner ersten professionellen Massage im Resort Hotel. Ja, ich weiß ich lebe manchmal nicht nach ugandischem Standart. Aber auch in der Sauna trifft man interessante Menschen aus Uganda und nach einem Wochenende ohne duschen habe ich mich gefühlt wie im Himmel.
Ich sehe es schon kommen: die Masseuse wird eine gute Freundin von mir werden ;-) Auch wenn man in Uganda lebt, finde ich kann man sich auch mal ein bisschen Luxus gönnen. Das hebt die Motivation sofort in den Himmel.
So jetzt muss ich aber langsam das Schlafdefizit vom Wochenende nachholen und hoffe ich habe euch nicht zu sehr erschlagen.
Ab jetzt schreibe ich wieder regelmäßiger ;-)
Schlaft schön
Sabrina
Montag, 11. Oktober 2010
Wochenende in Busia
Mein 1. Affe in Uganda in freier Wildbahn in Kampala beim Backpackers Hostel(danke Markus ich hab das Foto mal von dir gemopst;-) ). Die Zeit hat gerade gereicht das Bild hochzuladen und jetzt muss ich ins "Field" zum Arbeiten. Wenn ich zurück in Office bin gibts den Bericht dazu.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Der erste Monat ist vorüber
Disaster Response- Hilfsgüter an Überschwemmungsopfer verteilen
Wochenende in Kampala- Shoppen und Clubben ohne Ende kombiniert mit kulinarischen Hochgefühlen
Ja, auch ich kann es kaum glauben: Heute vor genau einem Monat bin ich im Flughafen in Entebbe angekommen. Die Zeit hier fliegt nur so an mir vorüber und ich kann mir nicht vorstellen euch alle schon so lange nicht gesehen zu haben. Aber genug von den sentimentalen Anwandlungen und zu diesem Wochenende:
Freitag hat unseren Zeitplan etwas verschoben, was hier aber auch nichts ungewöhnliches ist. Wir wollten eigentlich schon abends Richtung Kampala aufbrechen und hatten auch unsere Rucksäcke schon mit ins Office genommen. Jedoch -glücklicherweise- sind Freitag endlich die Hilfsgüter und der Lastwagen bereit für den Einsatz in Kumi geworden, wo man auf diese schon seit mindestens Mittwoch gewartet hat. Bedeutet also, dass wir bei uns im Office erstmal alle Sachen auf den Laster geladen haben, der dann schon halb voll war. Die Kitchen Sets vom Ugandischen Roten Kreuz sahen sehr abendteuerlich aus, da die Kartons schon beim Anheben auseinandergefallen sind, haben aber trotzdem am Ende ihren Zweck erfüllt. Damit ging es dann Richtung Kumi, wo dann in dem Office dort uns nochmal eine riesige Ladung Hilfsgüter erwartet hat-von Decken über Seife bis zu Wasserkanistern. Es gibt Bilder die diese Aktion belegen, aber anfangs hat keiner dran geglaubt auch nur annähernd alle Sachen noch auf den sowieso schon beladenen Laster zu bekommen. Alles hat dann auch wirklich nicht draufgepasst aber ugandische Menschen haben eindeutig ein Gen zum perfekten Stapeln und Zusammenquetschen von Gegenständen. Am Ende war der Laster bis auf den letzten Zentimeter gefüllt und die Wasserkanister hingen sogar noch hinten dran. Oben drauf sind dann natürlich auch noch einige Volunteers von uns mitgefahren. Wir sind auf einem Pickup hinten drauf mitgefahren, was anfangs echt viel Spaß gemacht hat, aber nach ca 40 Minuten über eine staubige Piste durch Schlaglöcher echt Kräfteraubend war. Dort angekommen war mein Gesicht auch von einer roten Staubschicht bedeckt. Sah sehr lustig aus und soll der beste Schutz gegen Sonnenbrand sein, den wir in den darauffolgenden Stunden noch zur Genüge ausgesetzt waren. Wir haben erstaunlich geordnet über ca 5 Stunden in der prallen Sonne die Hilfsgüter an Familien verteilt, die von der Überschwemmung um Kumi am Meisten betroffen waren. Das heißt: 2 Decken, 3Stück Seife, ein Moskitonetz, ein Kochtopf, 3 Becher. Das war zumindest die anfängliche Ausstattung. Mit der Zeit wurde es immer weniger und als dann wirlich fast nichtsmehr da war hat sich um uns der Kreis immer enger geschlossen und es hat sich ein richtiger Mob gebildet. Und das obwohl Polizisten zum Überwachen dabei waren. Irgendwann haben wir uns dann nur noch Richtung Auto gerettet bevor die Situation eskaliert ist. Trotzdem haben sich alle sehr über die Sachen gefreut, zumindest die, für die es gereicht hat.
In Mbale waren wir dann nach der Aktion dann auch erst gegen 9 Uhr abends und völlig verdreckt, warum wir dann Kampala auf Samstag morgen verschoben haben. Nico und Eike haben dann bei der Gelegenheit gleich bei uns genächtigt und Samstag saßen wir schon um 7 Uhr morgends im Bus nach Kampala. Da der immer erst losfährt, wenn er komplett gefüllt ist, hat man auch nie wirklich viel Platz, aber zum Schlafen hat es gereicht.
Dort angekommen hab ich mit Emmas Mutter in dem schrecklich anstrengenden Gewusel erstmal den Stoff für mein afrikanisches Gewand gekauft, das ich mir für festliche Anlässe jetzt hier schneidern lasse. Danach gings ab ins Backpackers Hostel, wo wir alle getroffen haben, die wir teils seit 3 Wochen nichtmehr gesehen haben, weil sie am ganz anderen Ende von Uganda wohnen. War also ein schönes Wiedersehen :-) Das haben wir dann bei Marie und Britta am Lagerfeuer mit Stockbrot und Avocadocreme gefeiert. Die zwei haben mich zugegeben etwas neidisch gemacht, weil sie eine "deutsche Küche" und sogar zwei Badezimmer mit Badewanne und westlichen Toiletten besitzen. Und der wichtigste Faktor: sie haben warmes Wasser. Aber das sind eben die ungadischen Standards, die man in Kampala bekommen kann ;-) Danach waren wir dann alle in Kampala in ner Disco und fragt mich nicht wie sie heißt ich finde mich in dieser Stadt noch keineswegs zurecht ;-)
Auf jeden Fall haben wir ausgiebig gefeiert, was hier wirklich kein Problem ist. Also JA, man kann auch in Uganda Party machen. Der Unterschied ist eben, dass man mit einem Special Hire nach Hause fährt, weil alles andere zu gefährlich wäre. Der erste Abend war also ein voller Erfolg.
Sonntag haben wir dann ersteinmal langsam angehen lassen und waren dort im Pool eine Runde schwimmen. Vini und Justin haben dann Billard gespielt und wir standen dabei und haben zugeschaut, als dann plötzlich jemand ankam und Vini gefragt hat, ob er mit Marie und mir spielen dürfte. Das führt euch glaube ich eindeutig vor Augen, womit man als Frau hier zu kämpfen hat und welche Stellung man üblich einnimmt.
Danach gings dann auf den Craft Market auf dem ich meine ugandischen Shoppingträume hab wahr werden lassen. Und ich denke jeder, der mich kennt, weiß: Ist Sabrina einmal in einem Kaufrausch lässt sie sich nichtmehr zurückhalten. Mein Glück war, dass dort keine Kreditkarten genommen werden und ich so irgendwann keine andere Wahl hatte als aufzuhören. Dort habe ich meine Leidenschaft für lange bunte Kleider entdeckt-man schwitz einfach überhaupt nciht darin und sie sind unglaublich bequem- ebenso wie für ugandischen Schmuck und Kunstwerke. Sogar unser Schlüsselbund hat jetzt einen hölzernen Anhänger. Wenn ich in einem Jahr wieder daheim bin kann ich wahrscheinlich eine kleine ugandische Ausstellung machen. Aber die Sachen hier sind wirklich sehr schön. Man muss nur Wissen wie viel sie wert sind, sonst wird man hier eiskalt über den Tisch gezogen. Aber das ist eigentlich bei allem so, was man hier in Uganda als Weißer macht. Der absolute Höhepunkt des Abends waren dann 4 Familienpizzen vom Pizzaservice, die einfach tatsächlich so geschmeckt haben wie die Pizzen bei uns. Ich werde bis ich wieder in Kampala bin bestimmt noch ein paar mal davon träumen. Man vermisst das heimische Essen doch mehr, als ich geglaubt hätte.
Sonntag Morgen ging es im Backpackers Hostel gleich mit einem Frühstück aus Penncakes mit Sirup und Obstsalat und Milch weiter. Nicht zu vergessen ist das überragende Erlebnis meiner ersten warmen Dusche seit Wochen. Dieses Hostel hat mich eindeutig nicht zum letzten Mal gesehen!
Danach gings weiter mit ein wenig Sightseeing: Al-Gadaffi Moschee (3.oder 5. größte Afrikas) und der Palast des Buganda Königs. Muss man beides mal gesehen haben, wenn man für ein Jahr in Uganda ist. Dnach haben wir uns den Markt beim Taxi Park für eine Stunde angetan, um noch ein paar Sachen zu erledigen. Was man danach nur noch sagen kann: Kampala ist zwar super aber extrem stressig und nicht für meine alltäglichen Nerven gedacht.
Abends war dann in der Centenary Barbecue Lodge der deutsche Stammtisch, auf dem sich der neue deutsche Botschafter vorgestellt hat. Es gab Freibier und man hat viele neue Leute kennengelernt. Unglaublich wie viele Deutsche in Uganda sind. Danach ging es dann zum krönenden Abschluss nochmal in eine andere Disco. Irgendwann um halb 6 morgends war ich dann im Bett. Das ist auch der Grund für meinen derzeitigen Schlafmangel, weil wir um halb 8 schon wieder aufgestanden sind und ich nur auf der 5 Stunden Heimfahrt im Auto noch geschlafen hab. Deswegen erstaunt es mich, dass er Bericht jetzt doch so lang geworden ist, aber ich will meiner fleißigen Leserschaft ja auch die neuesten Ereignisse immer taufrisch berichten :-)
Aber jetzt werde ich vermutlich gleich ins Bett fallen.
Zu den Fotos: Das Hochladen klappt irgendwie nicht wirlich hier bis jetzt. Am Besten melden sich alle, die Fotos sehen möchten bei Facebook an und nehmen mich als Freund auf, weil ich dort alle Bilder hochladen kann.
Kussis aus Uganda und die nächsten Monate verfliegen bestimmt so wie der Erste, dann habt ihr mich ja auch schon bald wieder ;-)
Eure Sabrina
Wochenende in Kampala- Shoppen und Clubben ohne Ende kombiniert mit kulinarischen Hochgefühlen
Ja, auch ich kann es kaum glauben: Heute vor genau einem Monat bin ich im Flughafen in Entebbe angekommen. Die Zeit hier fliegt nur so an mir vorüber und ich kann mir nicht vorstellen euch alle schon so lange nicht gesehen zu haben. Aber genug von den sentimentalen Anwandlungen und zu diesem Wochenende:
Freitag hat unseren Zeitplan etwas verschoben, was hier aber auch nichts ungewöhnliches ist. Wir wollten eigentlich schon abends Richtung Kampala aufbrechen und hatten auch unsere Rucksäcke schon mit ins Office genommen. Jedoch -glücklicherweise- sind Freitag endlich die Hilfsgüter und der Lastwagen bereit für den Einsatz in Kumi geworden, wo man auf diese schon seit mindestens Mittwoch gewartet hat. Bedeutet also, dass wir bei uns im Office erstmal alle Sachen auf den Laster geladen haben, der dann schon halb voll war. Die Kitchen Sets vom Ugandischen Roten Kreuz sahen sehr abendteuerlich aus, da die Kartons schon beim Anheben auseinandergefallen sind, haben aber trotzdem am Ende ihren Zweck erfüllt. Damit ging es dann Richtung Kumi, wo dann in dem Office dort uns nochmal eine riesige Ladung Hilfsgüter erwartet hat-von Decken über Seife bis zu Wasserkanistern. Es gibt Bilder die diese Aktion belegen, aber anfangs hat keiner dran geglaubt auch nur annähernd alle Sachen noch auf den sowieso schon beladenen Laster zu bekommen. Alles hat dann auch wirklich nicht draufgepasst aber ugandische Menschen haben eindeutig ein Gen zum perfekten Stapeln und Zusammenquetschen von Gegenständen. Am Ende war der Laster bis auf den letzten Zentimeter gefüllt und die Wasserkanister hingen sogar noch hinten dran. Oben drauf sind dann natürlich auch noch einige Volunteers von uns mitgefahren. Wir sind auf einem Pickup hinten drauf mitgefahren, was anfangs echt viel Spaß gemacht hat, aber nach ca 40 Minuten über eine staubige Piste durch Schlaglöcher echt Kräfteraubend war. Dort angekommen war mein Gesicht auch von einer roten Staubschicht bedeckt. Sah sehr lustig aus und soll der beste Schutz gegen Sonnenbrand sein, den wir in den darauffolgenden Stunden noch zur Genüge ausgesetzt waren. Wir haben erstaunlich geordnet über ca 5 Stunden in der prallen Sonne die Hilfsgüter an Familien verteilt, die von der Überschwemmung um Kumi am Meisten betroffen waren. Das heißt: 2 Decken, 3Stück Seife, ein Moskitonetz, ein Kochtopf, 3 Becher. Das war zumindest die anfängliche Ausstattung. Mit der Zeit wurde es immer weniger und als dann wirlich fast nichtsmehr da war hat sich um uns der Kreis immer enger geschlossen und es hat sich ein richtiger Mob gebildet. Und das obwohl Polizisten zum Überwachen dabei waren. Irgendwann haben wir uns dann nur noch Richtung Auto gerettet bevor die Situation eskaliert ist. Trotzdem haben sich alle sehr über die Sachen gefreut, zumindest die, für die es gereicht hat.
In Mbale waren wir dann nach der Aktion dann auch erst gegen 9 Uhr abends und völlig verdreckt, warum wir dann Kampala auf Samstag morgen verschoben haben. Nico und Eike haben dann bei der Gelegenheit gleich bei uns genächtigt und Samstag saßen wir schon um 7 Uhr morgends im Bus nach Kampala. Da der immer erst losfährt, wenn er komplett gefüllt ist, hat man auch nie wirklich viel Platz, aber zum Schlafen hat es gereicht.
Dort angekommen hab ich mit Emmas Mutter in dem schrecklich anstrengenden Gewusel erstmal den Stoff für mein afrikanisches Gewand gekauft, das ich mir für festliche Anlässe jetzt hier schneidern lasse. Danach gings ab ins Backpackers Hostel, wo wir alle getroffen haben, die wir teils seit 3 Wochen nichtmehr gesehen haben, weil sie am ganz anderen Ende von Uganda wohnen. War also ein schönes Wiedersehen :-) Das haben wir dann bei Marie und Britta am Lagerfeuer mit Stockbrot und Avocadocreme gefeiert. Die zwei haben mich zugegeben etwas neidisch gemacht, weil sie eine "deutsche Küche" und sogar zwei Badezimmer mit Badewanne und westlichen Toiletten besitzen. Und der wichtigste Faktor: sie haben warmes Wasser. Aber das sind eben die ungadischen Standards, die man in Kampala bekommen kann ;-) Danach waren wir dann alle in Kampala in ner Disco und fragt mich nicht wie sie heißt ich finde mich in dieser Stadt noch keineswegs zurecht ;-)
Auf jeden Fall haben wir ausgiebig gefeiert, was hier wirklich kein Problem ist. Also JA, man kann auch in Uganda Party machen. Der Unterschied ist eben, dass man mit einem Special Hire nach Hause fährt, weil alles andere zu gefährlich wäre. Der erste Abend war also ein voller Erfolg.
Sonntag haben wir dann ersteinmal langsam angehen lassen und waren dort im Pool eine Runde schwimmen. Vini und Justin haben dann Billard gespielt und wir standen dabei und haben zugeschaut, als dann plötzlich jemand ankam und Vini gefragt hat, ob er mit Marie und mir spielen dürfte. Das führt euch glaube ich eindeutig vor Augen, womit man als Frau hier zu kämpfen hat und welche Stellung man üblich einnimmt.
Danach gings dann auf den Craft Market auf dem ich meine ugandischen Shoppingträume hab wahr werden lassen. Und ich denke jeder, der mich kennt, weiß: Ist Sabrina einmal in einem Kaufrausch lässt sie sich nichtmehr zurückhalten. Mein Glück war, dass dort keine Kreditkarten genommen werden und ich so irgendwann keine andere Wahl hatte als aufzuhören. Dort habe ich meine Leidenschaft für lange bunte Kleider entdeckt-man schwitz einfach überhaupt nciht darin und sie sind unglaublich bequem- ebenso wie für ugandischen Schmuck und Kunstwerke. Sogar unser Schlüsselbund hat jetzt einen hölzernen Anhänger. Wenn ich in einem Jahr wieder daheim bin kann ich wahrscheinlich eine kleine ugandische Ausstellung machen. Aber die Sachen hier sind wirklich sehr schön. Man muss nur Wissen wie viel sie wert sind, sonst wird man hier eiskalt über den Tisch gezogen. Aber das ist eigentlich bei allem so, was man hier in Uganda als Weißer macht. Der absolute Höhepunkt des Abends waren dann 4 Familienpizzen vom Pizzaservice, die einfach tatsächlich so geschmeckt haben wie die Pizzen bei uns. Ich werde bis ich wieder in Kampala bin bestimmt noch ein paar mal davon träumen. Man vermisst das heimische Essen doch mehr, als ich geglaubt hätte.
Sonntag Morgen ging es im Backpackers Hostel gleich mit einem Frühstück aus Penncakes mit Sirup und Obstsalat und Milch weiter. Nicht zu vergessen ist das überragende Erlebnis meiner ersten warmen Dusche seit Wochen. Dieses Hostel hat mich eindeutig nicht zum letzten Mal gesehen!
Danach gings weiter mit ein wenig Sightseeing: Al-Gadaffi Moschee (3.oder 5. größte Afrikas) und der Palast des Buganda Königs. Muss man beides mal gesehen haben, wenn man für ein Jahr in Uganda ist. Dnach haben wir uns den Markt beim Taxi Park für eine Stunde angetan, um noch ein paar Sachen zu erledigen. Was man danach nur noch sagen kann: Kampala ist zwar super aber extrem stressig und nicht für meine alltäglichen Nerven gedacht.
Abends war dann in der Centenary Barbecue Lodge der deutsche Stammtisch, auf dem sich der neue deutsche Botschafter vorgestellt hat. Es gab Freibier und man hat viele neue Leute kennengelernt. Unglaublich wie viele Deutsche in Uganda sind. Danach ging es dann zum krönenden Abschluss nochmal in eine andere Disco. Irgendwann um halb 6 morgends war ich dann im Bett. Das ist auch der Grund für meinen derzeitigen Schlafmangel, weil wir um halb 8 schon wieder aufgestanden sind und ich nur auf der 5 Stunden Heimfahrt im Auto noch geschlafen hab. Deswegen erstaunt es mich, dass er Bericht jetzt doch so lang geworden ist, aber ich will meiner fleißigen Leserschaft ja auch die neuesten Ereignisse immer taufrisch berichten :-)
Aber jetzt werde ich vermutlich gleich ins Bett fallen.
Zu den Fotos: Das Hochladen klappt irgendwie nicht wirlich hier bis jetzt. Am Besten melden sich alle, die Fotos sehen möchten bei Facebook an und nehmen mich als Freund auf, weil ich dort alle Bilder hochladen kann.
Kussis aus Uganda und die nächsten Monate verfliegen bestimmt so wie der Erste, dann habt ihr mich ja auch schon bald wieder ;-)
Eure Sabrina
Dienstag, 28. September 2010
Maleika und Sipi Falls- ein unvergessliches Wochenende
Hallo liebe Daheimgebliebene,
wir haben nun endlich auch daheim Internet, was bedeutet, dass ich euch jetzt schreiben kann wann immer ich möchte. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass wir nicht wieder Opfer eines Stromausfalls sind, wie wir es die letzten paar Tage öfter waren :-D Aber das gehört einfach zum african way of life dazu. Erstaunlicher Weise ist das Internet hier sogar so leistungsfähig, dass Skype funktioniert. Das bedeutet her mit euren Daten und ran an den PC, damit ich mal persönlich mit euch allen reden kann :-) Wer mich suchet der findet: sabrina_konzok
Die letzten paar Tage waren wirklich spannend und einfach nur super. Angefangen hat alles damit, dass wir zufällig im Restaurant beim Mittagessen den stellvertretenden deutschen Botschafter und eine deutsche Delegation Abgeordneter aus dem Agrarausschuss getroffen haben. War ein echt super Zufall und für mich angehende Politikwissenschaftlerin natürlich auch interessant. Kommendes Wochenende werden wir in Kampala verbringen und am Montag ist in der Centenary Barbecue Lodge der deutsche Stammtisch angesagt, bei dem sich der neue Botschafter vorstellt.
Donnerstag und Freitag hatten wir dann ein RCAT-Training (Red Cross Action Team) bei uns in der Branch was deutsche Rotkreuzler als Erstehilfetraining auffassen würden. Die hiesigen Kenntnisse bezüglich Erster Hilfe sind etwas abenteuerlich und man sollte wenn möglich tunlichst vermeiden diese hier zu benötigen. Ich werd mir demnächst auch mal hier das Krankenhaus anschauen, um für den Fall der Fälle nicht allzu geschockt bin. Werde euch dann gleich davon berichten ;-)
Samstag war einfach nur super und bis jetzt der beste Tag von allen seit ich hier bin. Wir sind morgends schon echt früh aufgestanden, um dann erstmal wieder 1 1/2 Stunden in der Branch zu warten. African Time nennt man das hier ;-) Danach gabs dann Chapati (Fladen), Bohnen und Lemon zum Frühstück-eines meiner ugandischen Leibgerichte. Zum Glück ausreichend gestärkt sind wir dann in ein Matatu gestiegen, das dann 3 Stunden gebraucht hat um nach Sipi zu fahren. Darunter müsst ihr euch ein Auto ähnlich einem Familienvan vorstellen, das bei uns schon seit 20 Jahren verschrottet worden wäre und bei den oft der Kofferraum nichtmal schließt. Dieses Gefährt wird dann bis zum Platzen mit Menschen vollgestopft und teils auch mit Hühnern oder ähnlichem. Zu dieser Gegebenheit kommen dann noch die hiesigen Straßen dazu, von denen nur sehr wenige geteert sind und der Rest mehr Löcher hat als unsere Feldwege in Deutschland. Zurzeit ist bei uns auchnoch Regenzeit, was bedeutet, dass die Löcher noch kopfschmerzenbereitender sind als sonst.
Endlich am Ziel angekommen haben wir dann erstmal Emmas(ein Volunteer) Schwester besucht, die gerade ihr Baby bekommen hat. Sehr süß der kleine. Aber das war nicht das einzige kleine Wesen, das mir dort begegnet ist. Unter einem Laster in einem Loch in der Erde lag eine Hundemami mit 4 kleinen Welpen und wer mich kennt der weiß sofort: ich hab mich unsterblich in die kleinen verliebt. Sehr zu Vincents Betrüben,da er geglaubt hat das Thema Hund wäre schon abgehakt ;-) Seit diesem Augenblick gehört die kleine Maleika(Swahili für Engel) nun zu unserer Wohngemeinschaft. Die ganze Fahr zurück saß ich mit ihr auf dem Schoß im Kofferraum (ja auch gewöhnliche Autos werden hier bis zum bersten vollgeladen: 3 Menschen plus ein Welpe allein im Kofferraum).
Aber bis dahin war es noch ein Stück. Wir waren mit Hilfe eines Guides bei den Sipi Fällen. Der Liebe ist den Berg zwar gut hochgesprintet und es war auch mehr als rutschig mit dem ganzen Schlamm, aber dort oben ist einer der schönsten Plätze an denen ich bis jetzt war. Die Wassermassen sind einfach gewaltig und bei dem einen Wasserfall konnte man sogar dahinter laufen. Einfach atemberaubend schön! Die ganze Natur ist hier so grün und üppig ich weiß garnicht wie ich in Deutschland den grauen Winter wieder überstehen soll ;-) Schaut euch einfach die Fotos an und überzeugt euch selbst oder kommt vorbei.
Die Krönung dieses perfekten Tages war dann der Discobesuch im Oasis Club mit den 2 Niederländerinnen und 2 Volunteers vom Red Cross und natürlich mit Vini. Obwohl wir eigentlich echt schon übermüdet waren war es ein super schöner Abend. Als wir dann allerdings mit unserem Special Hire(wie ein Taxi bei uns) die zwei Niederländerinnen heimbringen wollten, ist das Auto in der Sackgasse vor deren Haus im Schlamm steckengeblieben. Also haben wir uns dann Nachts/Morgends um halb 6 entschlossen bei den beiden zu übernachten bis die Erde wieder trocken ist, was hier sehr schnell geht sobald die Sonne draußen ist.
Endlich daheim angekommen und mit ca 1 1/2 Stunden Schlaf war dann erstmal Hundi füttern angesagt. Danach waren dann noch unsere lieben Mitfreiwilligen aus Iganga, Kumi, Tororo und Busia bei uns im Mount Elgon Hotel. Leider war der Pool nur etwas dreckig auf Grund des ständigen Stromausfalls. Aber das war auch wirklich das einzig ärgerliche an diesem total genialen Wochenende.
Hier kommen die ersten Impressionen.
Noch eine kleine Bitte: ich hab gehört, dass doch einige von euch ab und an hier reinschauen. Ich würd mich riesig drüber freuen mal ein paar Kommentare zu lesen, damit ich mir hier nicht vorkomme als würde ich Selbstgespräche führen ;-)
So das waren die neuesten Neuigkeiten.
Und auch wenn hier alles so super ist: ich vermiss euch trotzdem
kwaheri (tschüss in Swahili)
Sabrina
(Fotos kommen nach)
wir haben nun endlich auch daheim Internet, was bedeutet, dass ich euch jetzt schreiben kann wann immer ich möchte. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass wir nicht wieder Opfer eines Stromausfalls sind, wie wir es die letzten paar Tage öfter waren :-D Aber das gehört einfach zum african way of life dazu. Erstaunlicher Weise ist das Internet hier sogar so leistungsfähig, dass Skype funktioniert. Das bedeutet her mit euren Daten und ran an den PC, damit ich mal persönlich mit euch allen reden kann :-) Wer mich suchet der findet: sabrina_konzok
Die letzten paar Tage waren wirklich spannend und einfach nur super. Angefangen hat alles damit, dass wir zufällig im Restaurant beim Mittagessen den stellvertretenden deutschen Botschafter und eine deutsche Delegation Abgeordneter aus dem Agrarausschuss getroffen haben. War ein echt super Zufall und für mich angehende Politikwissenschaftlerin natürlich auch interessant. Kommendes Wochenende werden wir in Kampala verbringen und am Montag ist in der Centenary Barbecue Lodge der deutsche Stammtisch angesagt, bei dem sich der neue Botschafter vorstellt.
Donnerstag und Freitag hatten wir dann ein RCAT-Training (Red Cross Action Team) bei uns in der Branch was deutsche Rotkreuzler als Erstehilfetraining auffassen würden. Die hiesigen Kenntnisse bezüglich Erster Hilfe sind etwas abenteuerlich und man sollte wenn möglich tunlichst vermeiden diese hier zu benötigen. Ich werd mir demnächst auch mal hier das Krankenhaus anschauen, um für den Fall der Fälle nicht allzu geschockt bin. Werde euch dann gleich davon berichten ;-)
Samstag war einfach nur super und bis jetzt der beste Tag von allen seit ich hier bin. Wir sind morgends schon echt früh aufgestanden, um dann erstmal wieder 1 1/2 Stunden in der Branch zu warten. African Time nennt man das hier ;-) Danach gabs dann Chapati (Fladen), Bohnen und Lemon zum Frühstück-eines meiner ugandischen Leibgerichte. Zum Glück ausreichend gestärkt sind wir dann in ein Matatu gestiegen, das dann 3 Stunden gebraucht hat um nach Sipi zu fahren. Darunter müsst ihr euch ein Auto ähnlich einem Familienvan vorstellen, das bei uns schon seit 20 Jahren verschrottet worden wäre und bei den oft der Kofferraum nichtmal schließt. Dieses Gefährt wird dann bis zum Platzen mit Menschen vollgestopft und teils auch mit Hühnern oder ähnlichem. Zu dieser Gegebenheit kommen dann noch die hiesigen Straßen dazu, von denen nur sehr wenige geteert sind und der Rest mehr Löcher hat als unsere Feldwege in Deutschland. Zurzeit ist bei uns auchnoch Regenzeit, was bedeutet, dass die Löcher noch kopfschmerzenbereitender sind als sonst.
Endlich am Ziel angekommen haben wir dann erstmal Emmas(ein Volunteer) Schwester besucht, die gerade ihr Baby bekommen hat. Sehr süß der kleine. Aber das war nicht das einzige kleine Wesen, das mir dort begegnet ist. Unter einem Laster in einem Loch in der Erde lag eine Hundemami mit 4 kleinen Welpen und wer mich kennt der weiß sofort: ich hab mich unsterblich in die kleinen verliebt. Sehr zu Vincents Betrüben,da er geglaubt hat das Thema Hund wäre schon abgehakt ;-) Seit diesem Augenblick gehört die kleine Maleika(Swahili für Engel) nun zu unserer Wohngemeinschaft. Die ganze Fahr zurück saß ich mit ihr auf dem Schoß im Kofferraum (ja auch gewöhnliche Autos werden hier bis zum bersten vollgeladen: 3 Menschen plus ein Welpe allein im Kofferraum).
Aber bis dahin war es noch ein Stück. Wir waren mit Hilfe eines Guides bei den Sipi Fällen. Der Liebe ist den Berg zwar gut hochgesprintet und es war auch mehr als rutschig mit dem ganzen Schlamm, aber dort oben ist einer der schönsten Plätze an denen ich bis jetzt war. Die Wassermassen sind einfach gewaltig und bei dem einen Wasserfall konnte man sogar dahinter laufen. Einfach atemberaubend schön! Die ganze Natur ist hier so grün und üppig ich weiß garnicht wie ich in Deutschland den grauen Winter wieder überstehen soll ;-) Schaut euch einfach die Fotos an und überzeugt euch selbst oder kommt vorbei.
Die Krönung dieses perfekten Tages war dann der Discobesuch im Oasis Club mit den 2 Niederländerinnen und 2 Volunteers vom Red Cross und natürlich mit Vini. Obwohl wir eigentlich echt schon übermüdet waren war es ein super schöner Abend. Als wir dann allerdings mit unserem Special Hire(wie ein Taxi bei uns) die zwei Niederländerinnen heimbringen wollten, ist das Auto in der Sackgasse vor deren Haus im Schlamm steckengeblieben. Also haben wir uns dann Nachts/Morgends um halb 6 entschlossen bei den beiden zu übernachten bis die Erde wieder trocken ist, was hier sehr schnell geht sobald die Sonne draußen ist.
Endlich daheim angekommen und mit ca 1 1/2 Stunden Schlaf war dann erstmal Hundi füttern angesagt. Danach waren dann noch unsere lieben Mitfreiwilligen aus Iganga, Kumi, Tororo und Busia bei uns im Mount Elgon Hotel. Leider war der Pool nur etwas dreckig auf Grund des ständigen Stromausfalls. Aber das war auch wirklich das einzig ärgerliche an diesem total genialen Wochenende.
Hier kommen die ersten Impressionen.
Noch eine kleine Bitte: ich hab gehört, dass doch einige von euch ab und an hier reinschauen. Ich würd mich riesig drüber freuen mal ein paar Kommentare zu lesen, damit ich mir hier nicht vorkomme als würde ich Selbstgespräche führen ;-)
So das waren die neuesten Neuigkeiten.
Und auch wenn hier alles so super ist: ich vermiss euch trotzdem
kwaheri (tschüss in Swahili)
Sabrina
(Fotos kommen nach)
Mittwoch, 22. September 2010
Ziegen schlachten, Sonnenbrand und eine neue Couch
Hallo meine Lieben,
wir haben noch immer kein Internet, dewegen kann ich euch hier nicht so oft berichten wie ich eigentlich moechte. Am Wochenende hatten wir ein riesiges Meeting mit allen Rot Kreuz Mitgliedern und es waren um die 700-800 Leute da. Also ein riesen Auflauf. Die Menschen sind sogar auf Lastwagen angereist, hier in Uganda auf keinen Fall etwas ungewoehnliches. Zu dem Anlass wurde auch fleissig gekocht und unter anderem 10 Huehner geschlachtet. So etwas hab ich zugegebener Massen noch nie gesehen, aber es war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Montag haben wir dann auch noch die Ziege geschlachtet, die unsere Branch geschenkt bekommen hat. Wie ich manche von euch kenne, denkt ihr jetzt iiiih wie eklig. Aber ehrlich gesagt ist das nicht so schlimm, wie man es sich ausmalt. Hier wird das als ganz natuerlich angesehen frisches Fleisch zu essen (auch das gesuendeste was man hier bekommen kann). natuerlich muss auch ich mich erst noch etwas daran gewoehnen, aber ich hab mir als Ziel gesetzt bis zum Ende von meinem Jahr hier das mal selber gemacht zu haben. Denn ich finde wer Fleisch isst muss sich auch damit auseinander setzten wie es "hergestellt" wird.
Sonst gehts mir hier auch wirklich super und ich fuehle mich immer mehr daheim. Seit gestern haben wir nach einer abenteuerlichen Transportaktion auch eine Couch in unserem Wohnzimmer, was mehr zu meinem Wohlbefinden beitraegt als ich gedacht haette.
Letztes Wochenende haben wir es uns mal wieder gut gehen lassen und waren im Mount Elgon Hotel im Pool schwimmen. Einfach traumhaft, weil man eine echt tolle Sicht auf die Berge und in die Ebene hat. Nur leider haben wir auch diesmal uns etwas im Wetter getaeuscht und es ist etwas heisser geworden, als wir erwartet hatten. Ich bin zum Glueck mit einem leichten Sonnenbrand davongekommen, Vincent hats da etwas schlimmer erwischt. Aber auch das geht wieder vorbei.
Sonst fahren wir hier viel in der Gegend rum. Letzte Woche war ich zum Beispiel bei einer Primary School, wo wir Mangobaeume gepflanzt haben. Jedoch waren alle kleinen Kinder wohl eher an mir interessiert als an den Baeumen. Alle wollten mit mir Fotos machen oder auf meine Bilder drauf. Deswegen sind meist auch mehr Menschen statt Baeumchen auf dem Foto.
Ihr seht also alles in bester Ordnung. Aber trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich euch alle auch ein wenig vermisse. So langsam beginnt man eben auch zu begreifen wie lange es dauert bis man alle wieder sieht. Aber ich freue mich riesig ueber jede Nachricht, die ich von euch bekomme. Bald haben wir auch daheim endlich mal Internet, dann schreibe ich noch schneller und noch mehr zurueck versprochen ;-)
Also meldet euch fleissig bei mir, dass das Heimweh nicht zu gross wird.
Versuche gleich noch Bilder hochzuladen, mal sehen obs klappt.
Fuehlt euch gedrueckt
Sabrina
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