Disaster Response- Hilfsgüter an Überschwemmungsopfer verteilen
Wochenende in Kampala- Shoppen und Clubben ohne Ende kombiniert mit kulinarischen Hochgefühlen
Ja, auch ich kann es kaum glauben: Heute vor genau einem Monat bin ich im Flughafen in Entebbe angekommen. Die Zeit hier fliegt nur so an mir vorüber und ich kann mir nicht vorstellen euch alle schon so lange nicht gesehen zu haben. Aber genug von den sentimentalen Anwandlungen und zu diesem Wochenende:
Freitag hat unseren Zeitplan etwas verschoben, was hier aber auch nichts ungewöhnliches ist. Wir wollten eigentlich schon abends Richtung Kampala aufbrechen und hatten auch unsere Rucksäcke schon mit ins Office genommen. Jedoch -glücklicherweise- sind Freitag endlich die Hilfsgüter und der Lastwagen bereit für den Einsatz in Kumi geworden, wo man auf diese schon seit mindestens Mittwoch gewartet hat. Bedeutet also, dass wir bei uns im Office erstmal alle Sachen auf den Laster geladen haben, der dann schon halb voll war. Die Kitchen Sets vom Ugandischen Roten Kreuz sahen sehr abendteuerlich aus, da die Kartons schon beim Anheben auseinandergefallen sind, haben aber trotzdem am Ende ihren Zweck erfüllt. Damit ging es dann Richtung Kumi, wo dann in dem Office dort uns nochmal eine riesige Ladung Hilfsgüter erwartet hat-von Decken über Seife bis zu Wasserkanistern. Es gibt Bilder die diese Aktion belegen, aber anfangs hat keiner dran geglaubt auch nur annähernd alle Sachen noch auf den sowieso schon beladenen Laster zu bekommen. Alles hat dann auch wirklich nicht draufgepasst aber ugandische Menschen haben eindeutig ein Gen zum perfekten Stapeln und Zusammenquetschen von Gegenständen. Am Ende war der Laster bis auf den letzten Zentimeter gefüllt und die Wasserkanister hingen sogar noch hinten dran. Oben drauf sind dann natürlich auch noch einige Volunteers von uns mitgefahren. Wir sind auf einem Pickup hinten drauf mitgefahren, was anfangs echt viel Spaß gemacht hat, aber nach ca 40 Minuten über eine staubige Piste durch Schlaglöcher echt Kräfteraubend war. Dort angekommen war mein Gesicht auch von einer roten Staubschicht bedeckt. Sah sehr lustig aus und soll der beste Schutz gegen Sonnenbrand sein, den wir in den darauffolgenden Stunden noch zur Genüge ausgesetzt waren. Wir haben erstaunlich geordnet über ca 5 Stunden in der prallen Sonne die Hilfsgüter an Familien verteilt, die von der Überschwemmung um Kumi am Meisten betroffen waren. Das heißt: 2 Decken, 3Stück Seife, ein Moskitonetz, ein Kochtopf, 3 Becher. Das war zumindest die anfängliche Ausstattung. Mit der Zeit wurde es immer weniger und als dann wirlich fast nichtsmehr da war hat sich um uns der Kreis immer enger geschlossen und es hat sich ein richtiger Mob gebildet. Und das obwohl Polizisten zum Überwachen dabei waren. Irgendwann haben wir uns dann nur noch Richtung Auto gerettet bevor die Situation eskaliert ist. Trotzdem haben sich alle sehr über die Sachen gefreut, zumindest die, für die es gereicht hat.
In Mbale waren wir dann nach der Aktion dann auch erst gegen 9 Uhr abends und völlig verdreckt, warum wir dann Kampala auf Samstag morgen verschoben haben. Nico und Eike haben dann bei der Gelegenheit gleich bei uns genächtigt und Samstag saßen wir schon um 7 Uhr morgends im Bus nach Kampala. Da der immer erst losfährt, wenn er komplett gefüllt ist, hat man auch nie wirklich viel Platz, aber zum Schlafen hat es gereicht.
Dort angekommen hab ich mit Emmas Mutter in dem schrecklich anstrengenden Gewusel erstmal den Stoff für mein afrikanisches Gewand gekauft, das ich mir für festliche Anlässe jetzt hier schneidern lasse. Danach gings ab ins Backpackers Hostel, wo wir alle getroffen haben, die wir teils seit 3 Wochen nichtmehr gesehen haben, weil sie am ganz anderen Ende von Uganda wohnen. War also ein schönes Wiedersehen :-) Das haben wir dann bei Marie und Britta am Lagerfeuer mit Stockbrot und Avocadocreme gefeiert. Die zwei haben mich zugegeben etwas neidisch gemacht, weil sie eine "deutsche Küche" und sogar zwei Badezimmer mit Badewanne und westlichen Toiletten besitzen. Und der wichtigste Faktor: sie haben warmes Wasser. Aber das sind eben die ungadischen Standards, die man in Kampala bekommen kann ;-) Danach waren wir dann alle in Kampala in ner Disco und fragt mich nicht wie sie heißt ich finde mich in dieser Stadt noch keineswegs zurecht ;-)
Auf jeden Fall haben wir ausgiebig gefeiert, was hier wirklich kein Problem ist. Also JA, man kann auch in Uganda Party machen. Der Unterschied ist eben, dass man mit einem Special Hire nach Hause fährt, weil alles andere zu gefährlich wäre. Der erste Abend war also ein voller Erfolg.
Sonntag haben wir dann ersteinmal langsam angehen lassen und waren dort im Pool eine Runde schwimmen. Vini und Justin haben dann Billard gespielt und wir standen dabei und haben zugeschaut, als dann plötzlich jemand ankam und Vini gefragt hat, ob er mit Marie und mir spielen dürfte. Das führt euch glaube ich eindeutig vor Augen, womit man als Frau hier zu kämpfen hat und welche Stellung man üblich einnimmt.
Danach gings dann auf den Craft Market auf dem ich meine ugandischen Shoppingträume hab wahr werden lassen. Und ich denke jeder, der mich kennt, weiß: Ist Sabrina einmal in einem Kaufrausch lässt sie sich nichtmehr zurückhalten. Mein Glück war, dass dort keine Kreditkarten genommen werden und ich so irgendwann keine andere Wahl hatte als aufzuhören. Dort habe ich meine Leidenschaft für lange bunte Kleider entdeckt-man schwitz einfach überhaupt nciht darin und sie sind unglaublich bequem- ebenso wie für ugandischen Schmuck und Kunstwerke. Sogar unser Schlüsselbund hat jetzt einen hölzernen Anhänger. Wenn ich in einem Jahr wieder daheim bin kann ich wahrscheinlich eine kleine ugandische Ausstellung machen. Aber die Sachen hier sind wirklich sehr schön. Man muss nur Wissen wie viel sie wert sind, sonst wird man hier eiskalt über den Tisch gezogen. Aber das ist eigentlich bei allem so, was man hier in Uganda als Weißer macht. Der absolute Höhepunkt des Abends waren dann 4 Familienpizzen vom Pizzaservice, die einfach tatsächlich so geschmeckt haben wie die Pizzen bei uns. Ich werde bis ich wieder in Kampala bin bestimmt noch ein paar mal davon träumen. Man vermisst das heimische Essen doch mehr, als ich geglaubt hätte.
Sonntag Morgen ging es im Backpackers Hostel gleich mit einem Frühstück aus Penncakes mit Sirup und Obstsalat und Milch weiter. Nicht zu vergessen ist das überragende Erlebnis meiner ersten warmen Dusche seit Wochen. Dieses Hostel hat mich eindeutig nicht zum letzten Mal gesehen!
Danach gings weiter mit ein wenig Sightseeing: Al-Gadaffi Moschee (3.oder 5. größte Afrikas) und der Palast des Buganda Königs. Muss man beides mal gesehen haben, wenn man für ein Jahr in Uganda ist. Dnach haben wir uns den Markt beim Taxi Park für eine Stunde angetan, um noch ein paar Sachen zu erledigen. Was man danach nur noch sagen kann: Kampala ist zwar super aber extrem stressig und nicht für meine alltäglichen Nerven gedacht.
Abends war dann in der Centenary Barbecue Lodge der deutsche Stammtisch, auf dem sich der neue deutsche Botschafter vorgestellt hat. Es gab Freibier und man hat viele neue Leute kennengelernt. Unglaublich wie viele Deutsche in Uganda sind. Danach ging es dann zum krönenden Abschluss nochmal in eine andere Disco. Irgendwann um halb 6 morgends war ich dann im Bett. Das ist auch der Grund für meinen derzeitigen Schlafmangel, weil wir um halb 8 schon wieder aufgestanden sind und ich nur auf der 5 Stunden Heimfahrt im Auto noch geschlafen hab. Deswegen erstaunt es mich, dass er Bericht jetzt doch so lang geworden ist, aber ich will meiner fleißigen Leserschaft ja auch die neuesten Ereignisse immer taufrisch berichten :-)
Aber jetzt werde ich vermutlich gleich ins Bett fallen.
Zu den Fotos: Das Hochladen klappt irgendwie nicht wirlich hier bis jetzt. Am Besten melden sich alle, die Fotos sehen möchten bei Facebook an und nehmen mich als Freund auf, weil ich dort alle Bilder hochladen kann.
Kussis aus Uganda und die nächsten Monate verfliegen bestimmt so wie der Erste, dann habt ihr mich ja auch schon bald wieder ;-)
Eure Sabrina
3 Kommentare:
Hehe, das Pizzaerlebnis hatte ich hier in Indien vor einigen Monaten trotz des phänomenalen lokalen Essens auch. Erstaunlich, dass so etwas Simples einem solche Freude bereiten kann :)
Deine Berichte sind übrigens sehr angenehm zu lesen, habe die Seite vorhin beim aus-Langeweile-im-Facebook-Stöbern entdeckt und grade alles durch.
Gruß,
Fab
Hallo Sabrina,
wir sind Ostafrikareisende und suchen derzeit ganz dringend einen Autoeinstellplatz in Flughafennähe in Entebbe. So max. 1 Stunde Fahrzeit zum Flughafen.
Kannst Du uns da weiter helfen? Das wäre echt super.
Liebe Grüße aus Wien
Ekkehart und Sonata
Wir sind per Mail jederzeit ereichbar. ekke@chello.at
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